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Stadtrundfahrt mit der Ringbahn


Stadtteil: Mitte (Wedding, Tiergarten), Pankow (Prenzlauer Berg), Friedrichshain, Treptow-Köpenick, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf
Bereich: Ringbahn
Datum: 9. September 2014
Text-Nr.: 477

Machen Sie doch einmal eine Stadtrundfahrt mit der Ringbahn! So bekommt man einen ganz speziellen Eindruck von der Stadt. Manchmal fährt die Bahn auf Viadukten und Hochstrecken, nahe am Wasser oder an Parks entlang. manchmal an Hauswänden, Gleisanlagen, Stadtautobahnen oder in Einschnitten unterhalb des Straßenniveaus. In einer Stunde kommt man einmal herum auf den Ring. Spannend wird es aber erst, wenn Sie sich die Zeit nehmen, zwischendurch auszusteigen und das Umfeld einer Station zu erforschen. Als Anregung finden Sie im Folgenden zu jeder Station Hinweise, welche Stadtspaziergänge wir von hier aus unternommen haben.

Die Ringbahn fährt - rechtsherum oder linksherum - in einer Stunde einmal im Kreis. Das ist nicht selbstverständlich, denn bis 1944 war der Kreis durch eine Einbuchtung unterbrochen, die "Südring-Spitzkehre". Die Bahn verließ den Ring in der Nähe des Bahnhofs Schöneberg und fuhr nach Norden über den Bahnhof Kolonnenstraße bis zum "Potsdamer Ringbahnhof" am Potsdamer Platz, wendete dort und fädelte sich in die andere Ringhälfte ein (1). Nach dem Mauerbau befuhr die Ringbahn in jeder Stadthälfte nur eine Teilstrecke und endete auf Bahnhöfen außerhalb des Rings. In Ost-Berlin wurde sie Richtung Pankow umgelenkt, in West-Berlin zur Köllnischen Heide. Nach S-Bahnboykott und Reichsbahnerstreik fuhr ab 1980 in West-Berlin keine Ringbahn mehr. Erst 2002 war der Ring nach der Wende wieder vollständig befahrbar, am Bahnhof Wedding feierte die S-Bahn den "Wedding-Day", die Hochzeit von Ost- und Weststrecke.

Der Ring ist kein Kreis und auch kein Rechteck mit abgeschrägten Ecken, diese Darstellungen auf Netzplänen sind nur sinnbildlich gemeint. Tatsächlich hat der Streckenverlauf im Stadtplan die Form eines Hundeskopfes. Mit dem Bau der Ringbahn wurde in den 1860er Jahren begonnen. Die Fernbahnen endeten damals in Berlin in Kopfbahnhöfen, beispielsweise im Görlitzer, Anhalter oder Stettiner Bahnhof (2). Eine innerstädtische Verbindung dieser weit auseinander liegenden Fernbahnhöfe war dringend erforderlich, sie wurde 1877 fertig. Sie umschließt die Berliner Innenstadt und hat 27 Bahnhöfe. Wegen des Berliner Urstromtals (3) liegen die Schienen auf ganz verschiedenen Höhen über Normalnull (4). Der Berliner Nullpunkt ist 37 Meter, auf dieser Höhe liegen die Gleise von Westend, Ostkreuz und Beusselstraße, rund 10 Meter höher liegen sie in Gesundbrunnen, Bundesplatz und Tempelhof.

Die Ringbahn ist in keinem guten Zustand. Es fehlen Züge, so musste die bereits ausrangierte Ost-Berliner Baureihe 485 wieder aktiviert werden. Deren Triebwagen haben eine geteilte Frontscheibe, in manchen Wagen gibt es raumhohe Zwischenwände, die kleine Abteile abtrennen. Die Signalanlagen der S-Bahn könnten auch moderner sein. Um den Zug zwangsweise an einem Signal zu stoppen, klappt bei "rot" eine Metallschiene neben dem Gleis herunter, die am Triebwagen einen Auslösehebel erfasst und den Zug bremst. Diese "Bernauer Fahrsperre" wurde in den 1920er Jahren entwickelt.

Manche Bahnhöfe haben Abfertigungspersonal, andere nicht. Wenn unterhalb des Signals ein auffälliges Schild "ZAT" zu sehen ist, dann muss der Lokführer selber 'ran, denn hier gilt: "Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer". Unterstützt wird der Fahrer durch Überwachungskameras, deren Bilder auf dem Monitor im Triebwagen zu sehen sind. "Nach dem Ruf 'Zurückbleiben bitte' führt der Triebfahrzeugführer selbstständig den Türschließvorgang durch und kontrolliert über den Monitor, ob der Abfahrt des Zuges nichts mehr entgegensteht". Das "bitte" hört man nicht immer, schließlich sind wir im rau-herzlichen Berlin.

Wenn Sie einen Einzelfahrschein lösen, denken Sie daran: Nach einmal rundherum muss neu bezahlt werden, und die Unterbrechung der Fahrt ist zeitlich begrenzt.

Auf dieser Seite finden Sie ganz am Ende eine kleine Bildergalerie zur S-Bahn. Und jetzt folgen die 27 Bahnhöfe, im Uhrzeigersinn vom obersten Knotenpunkt Gesundbrunnen aus angeordnet.

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(1) Die "Cheruskerkurve" der Ringbahn: Vier Siedlungen in der Heide
(2) Anhalter Bahnhof, Stettiner Bahnhof: Schienenverkehr
(3) Urstromtal: Urstromtal
(4) Normalnull: Berliner Nullpunkte
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GESUNDBRUNNEN

Gesundbrunnen ist das Nordkreuz der Bahn, nur dass es nicht so heißt. Vor der Tür liegt die Gartenstadt Atlantic. Hertha BSC hatte am Gesundbrunnen bis 1974 sein eigenes Stadion. Bis zum Volkspark Humboldthain sind es nur ein paar Schritte. Hier lesen Sie mehr:
> Gartenstadt Atlantic: Stettiner Bahn in Ost und West
> Hertha am Gesundbrunnen:
Altbauten mit kulturellem Wert
> Volkspark Humboldthain: Im Park jagt eine Nymphe



SCHÖNHAUSER ALLEE

Hier fährt die S-Bahn unten und die U-Bahn oben auf dem "Magistratsschirm". Man ist hier im quirligen Prenzelberg. Die Pappelallee und ein ehemaliges Umspannwerk aus den 1920er Jahren sind nicht weit. Mehr lesen Sie hier:
> Schönhauser und Pappelallee: Damenklo mit Guckloch
> Magistratsschirm und Umspannwerk: Unter dem Magistratsschirm



PRENZLAUER ALLEE

Das Zeiss-Großplanetarium liegt schräg gegenüber vom S-Bahnhof. Mit ein paar Schritten Richtung Norden ist man in der Carl-Legien-Siedlung (Weltkulturerbe). Hier lesen Sie mehr:
> Zeiss-Großplanetarium: Thälmann und Sternenhimmel
> Carl-Legien-Siedlung: Plüschsofaherrlichkeit und Mottenkrimskrams



GREIFSWALDER STRASSE

Thälmann-Park und Thälmann-Siedlung (eine sozialistische Mustersiedlung), dazu das überdimensionierte Bronzedenkmal für Ernst Thälmann, all das kann man ansehen, wenn man hier aussteigt. Ein Spaziergang vom Anton-Saefkow-Volkspark bis zur Landsberger Allee bringt mehrere Siedlungen, u.a. von Bruno Taut in den Blick. Mehr lesen Sie hier:
> Thälmann-Park, -Siedlung, -Denkmal: Thälmann und Sternenhimmel
> Anton-Saefkow-Volkspark und Siedlungen: Kreisrund im Untergrund



LANDSBERGER ALLEE

Die Weissbachsiedlung, eine Reformsiedlung von Alfred Messel sehen Sie, wenn Sie hier aussteigen.
Mehr lesen Sie hier: Verbesserung des Zustandes der Fabrikarbeiter



STORKOWER ALLEE

Das verlassenes Berliner Schlachthofgelände. zum Teil umgewidmet, zum Teil als Denkmal - ein lohnendes Ziel.
Mehr lesen Sie hier: Zentraler Vieh- und Schlachthof



FRANKFURTER ALLEE

Umsteigebahnhof zur U-Bahn mit direktem Zugang zum Ring-Center. Einstmals Teil der vergessenen Kolonie Friedrichsberg südlich der Frankfurter Allee. Zur Dorfaue von Lichtenberg ist es nur ein Katzensprung. Mehr lesen Sie hier:
> Ringcenter: Rolltreppen kreuz und quer
> Friedrichsberg: Brauereibesichtigung
> Lichtenberger Dorfaue: Das Alphabet von A bis W



OSTKREUZ

Der Kreuzungsbahnhof mit dem markanten Wasserturm ist immer noch im Entstehen. Vor der Tür liegen der Boxhagener Kiez, die Victoriastadt, Rummelsburg und das Pumpwerk an der Rudolfstraße. Hier lesen Sie mehr:
> über die Rummelsburger Bucht und ihre Bauten: Rummelsburger Bucht
> über den Bahnhof, Boxhagener Kiez, Victoriastadt und Rudolfstraße: Ostkreuz



TREPTOWER PARK

Ein englischer Landschaftsgarten am Wasser. Ein sowjetisches Ehrenmal mit Standbildern, Sarkophagen und langen Sichtachsen. Der Plänterwald, aus einem DDR-Vergnügungspark wurde eine Geisterstadt.
Hier lesen Sie mehr:
> Treptower Park: Ein Park mit Geschichte
> Plänterwald: Geschichten aus dem Plänterwald



SONNENALLEE

Die beiden Dörfer Böhmisch-Rixdorf und Deutsch-Rixdorf sind die Keimzelle von Neukölln. Ihre dörfliche Struktur ist erkennbar geblieben, auch Hinweise auf die böhmischen Siedler finden sich noch. Im Schulenburg-Park südlich des Bahnhofs plätschert ein Märchenbrunnen.
Hier lesen Sie mehr:
> Rixdorf: Doppel-Dorf überwindet zweifelhaften Ruf
> Schulenburg-Park: erlesener Geschmack, bezaubernde Liebenswürdigkeit



NEUKÖLLN

Aus einer ehemalige Kiesgrube wurde ein geometrisch angelegter Park mit Terrassen, Kaskadentreppen und Fontänebecken. Die Orangerie und der Park werden für Kunstinstallationen und Musikaufführungen genutzt. Es lohnt sich, den Körperpark zu besuchen. Und der Neuköllner Kiez liegt beim Bahnhof direkt vor der Tür. Mehr lesen Sie hier:
> Körperpark: Sein oder Haben-Wollen
> Neuköllner Kiez: Wenn's bei der Feuerwehr brennt



HERMANNSTRASSE

Südlich des Bahnhofs liegt Neu-Britz, eine um 1890 angelegte Siedlung mit Wohnhäusern und kleinen Industriebetrieben. Hier finden sich bis heute noch teilweise vorstädtische Strukturen wie Remisen oder Stadtvillen.
Mehr lesen Sie hier: Brüllender Löwe auf dem Dach



TEMPELHOF

Die Fliegersiedlung - Gartenstadt Neu-Tempelhof - wurde in den 1920er Jahren auf einem Teil des ehemaligen Exerzierplatzes angelegt. Das ehemalige Flughafengelände ist inzwischen zu Berlins begehrtester Brachfläche gworden. Mehr lesen Sie hier:
> Fliegersiedlung Neu-Tempelhof: Sein größter Sieg war nicht die Liebe
> Flughafen Tempelhof: Auf der Anhöhe



SÜDKREUZ

Als Knotenpunkt des Bahnverkehrs (S-Bahn, Regionalbahn, ICE) nach der Wende völlig neu gebauter Bahnhof von beachtlicher Dimension. Vor der Tür liegt das Wohnquartier Rote Insel und das Industriequartier an der Alboinstraße. Mehr lesen Sie hier:
> zum Bahnhof: Südkreuz
> zur Roten Insel: Rote Insel
> zum Industrieviertel Alboinstraße: Industrieviertel



SCHÖENEBERG

Vor der Tür der Schöneberger Dorfacker mit Rathaus, Kirche, Friedhof, Irrenanstalt, Postamt, Meilenstein, Pferdebahndepot. Hier lesen Sie mehr:
> Rathaus, Meilenstein: Nachdenkliches an der Stundensäule
> Maison de Santé, Belziger Straße: Unschuldigste Beruhigungsmittel



INNSBRUCKER PLATZ

Ceciliengärten - eine versteckte Gartenstadt - an der Rubensstraße. Unter dem Bahnhof ein unbenutzter U-Bahntunnel. Hier lesen Sie mehr:
> Ceciliengärten: Atelier im Turm
> unbenutzter U-Bahntunnel: Denkmaltag, U-Bahntunnel der U 10



BUNDESPLATZ

Die Station Bundesplatz lädt zu einem Besuch von Friedenau ein. Der Ortsteil Friedenau hat eine Geschichte als Dichterviertel, Kästner, Tucholsky, Max Frisch, Rilke, die Dadaistin Hannah Hoech, Günter Grass, Uwe Johnson wohnten hier, Herta Müller wohnt hier.
Mehr lesen Sie hier: Friedenau



HEIDELBERGER PLATZ

Über die Forkenbeckstraße - vorbei an einem ehemaligen Gaswerk - erreichen Sie das alte Markgrafendorf Schmargendorf mit mehreren unterschiedlichen Siedlungen der 1920er Jahre und einem dekorativen Backsteinbau als Rathaus.
Mehr lesen Sie hier: Schmargendorf



HOHENZOLLERNDAMM

Am Hohenzollerndamm stehen 2 Kirchen, die zu Ikonen der Architektur geworden sind: die Kreuzkirche und am Hohenzollernplatz die Kirche von Fritz Höger. Außerdem finden Sie hier eine Moschee und eine griechisch-orthodoxe Kathedrale.
Mehr lesen Sie hier: Hohenzollerndamm



HALENSEE

Kurfürstendamm im Süden, der Halensee und die Villekolonie Grunewald mit ihrem Friedhof "Toteninsel" im Norden des Bahnhofs.
Mehr lesen Sie hier:
> Kurfürstendamm: Kurfürstendamm
> Villenkolonie Grunewald: Millionen für eine Villa - gern auch in bar
> Friedhof Grunewald: Amüsierbetrieb und Toteninsel



WESTKREUZ

Hier steigt man nicht aus, hier steigt man nur um. Ganz zu Anfang hieß der Bahnhof "Ausstellungen", inzwischen hat Messe/ICC jetzt sogar zwei eigene Bahnhöfe.
Kurze Impressionen zum Bahnhof Wetkreuz finden Sie hier: Vom Kayser und von den Hohenzollern



MESSE NORD/ICC

Der Bahnhof hieß einmal Witzleben. Bestimmt heißt er auch bald nicht mehr ICC, denn die Messe hat den Bau aufgegeben. Unserem Besuch beim Messegelände finden Sie hier: Zweideutiger Willkommensgruß



WESTEND

Schloss Charlottenburg gegenüber, Klausenerplatz im Süden, historische Kliniken und Friedhöfe im Osten der Station, nur die Siedlung Westend ist etwas weiter. Hier lesen Sie mehr:
> Schloss Charlottenburg: 300 Jahre Charlottenburg
> Klausenerplatz-Kiez: Des Königs Garderegiment
> Kliniken Heubnerweg, Pulsstraße, Friedhöfe Fürstenbrunner Weg: Säuglingspalast mit Kuhstall
> Siedlung Westend: Westend



JUNGFERNHEIDE

Zur Jungfernheide ist es weit, aber der Schlosspark Charlottenburg und der Mierendorffkiez liegen nahe bei.
Mehr lesen Sie hier:
> Mierendorffkiez: Wo Libellenflügel in der Sonne glitzern
> Volkspark Jungfernheide: Polizeipräsident beim Duell getötet



BEUSSELSTRASSE

Der Bahnhof ist ein Zugang nach Moabit von Norden her. In dem Industriequartier an der Huttenstraße stehen die AEG-Turbinenhalle von Peter Behrens, ein "Tempel der Produktion", mehrere Industrie-Backsteinbauten und das Meilenwerk, ein ehemaliges Straßenbahndepot.
Hier lesen Sie mehr: Kathedrale der Arbeit, Tempel der Produktion



WESTHAFEN

Der Westhafen ist Berlins großer Binnenhafen. Die denkmalgeschützten Altbauten sind zum Teil umgewidmet, moderne Gebäude und ein Container-Terminal entstanden. Sehenswert ist auch der gleichnamige U-Bahnhof mit einer ausgiebigen Würdigung Heinrich Heines.
Mehr lesen Sie hier: Berlin am Wasser



WEDDING

Die Gegend hier heißt eigentlich Bayer (ehemals Schering). Am Nettelbeckplatz war einmal das Dorf Wedding. Ins "Sputnik"-Kino kamen bis zum Mauerbau Ost-Berliner, um Westfilme zu sehen. Das Krematorium Wedding ist stillgelegt, sein Kolumbarium konnten wir noch besuchen.
Hier lesen Sie mehr: Asche im Taubenschlag





Bildergalerie


Schienenverkehr