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Wenn's bei der Feuerwehr brennt


Stadtbezirk: Neukölln
Bereich: Körnerpark
Stadtplanaufruf: Berlin, Ilsenstraße
Datum: 27. Juni 2010

Schwierige Entscheidung am Sonntag: Tag der Architektur, Neuköllner Kiezfestival oder Fußballspiel Deutschland gegen England? Ich entscheide mich für den lebendigen Kiez, an dem Fußballspiel kommt man dank public viewing an jeder Kneipe sowieso nicht vorbei, und Schloss Schönhausen, dass ich beim Architekturtag anschauen wollte, kann auch später noch besichtigt werden.

Spurensuche im Körnerkiez ist das Thema, die Führung beginnt an der Ringbahn, die den Kiez nach Süden abgrenzt. Der Bau der Feuerwache an der Kirchhofstraße mit seinen Fensterladen und gerundeten Ecken erinnert mich an einen Salzspeicher, den ich einmal auf Reisen gesehen habe, wenn ich mich doch erinnern könnte, wo? Das markante Feuerwehrhaus wurde 1913 fertig gestellt. Und irgendwann hat es dort selbst gebrannt, als bei einem Einsatz die Töpfe auf dem Herd weiter kochten, eine Nachbarwache musste das Feuer löschen.

Auf ihrer Homepage vermeldet die Feuerwehr im Telegrammstil:
- 1998 Indienststellung Geburtshilfewagen (GHW)
- 2004 Außerdienststellung des Geburtshilfewagens (GHW)
Was hier als GHW abgekürzt wird, waren für die Berliner die "Storchenwagen", die im ganzen Stadtgebiet Notfalleinsätze fuhren, auch "Europas einzige Kreißsäle auf Rädern" oder "Das schönste Lalü-Lala der Stadt" genannt. Eine Hebamme war mit an Bord, die beim Vivantes-Krankenhaus angestellt war. Im Jahr 2002 gab es immerhin 4.600 Einsätze für den Wettlauf mit dem Klapperstorch. Als Vivantes nicht mehr zahlte, schaffte die Feuerwehr dieses Sonderfahrzeug ab.

Im Rahmen der Reality-TV-Welle ("Hilfe, die Retter kommen", Focus) hatte die Neuköllner Feuerwache sogar ihre eigene Fernsehserie, "Alarmcode 112" lief 1996 beim ZDF, die Feuerwehrleute spielten in Statistenrollen mit. Die Staffel begann mit dem Film "Vier wie Blitz und Donner" und hatte nur 12 Folgen.

Den Körnerpark haben wir auf früheren Stadtrundgängen bereits besucht, deshalb hier zum nächsten Ziel, dem Ilsenhof, benannt nach der Ilsestraße, diese benannt nach einem Fluss im Harz. Es ist ein Gebäudeensemble aus der Zeit des Reformwohnungsbaus, als man Gegenentwürfe zu überbelegten Wohnungen und verdichteten Gebäuden mit mehreren Hinterhöfen entwarf. Der Ausblick zum Körnerpark wurde später durch die Bebauung der östlichen Straßenseite genommen, die begrünten und bepflanzten Innenflächen bilden aber selbst fast einen kleinen Park.

Der Rundgang endet auf einem Galeriehof an der Thomasstraße, wo Kunst und Wein und Sonne und Kiezatmosphäre eine innige Verbindung eingehen, oder - wie das Programm vorgibt - ein Mix aus Kopf-Körper-Klang.
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früherer Besuch im Körnerpark: Sein und dem Haben-Wollen


Auf der Anhöhe
Berlin umgehen