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Unter dem Magistratsschirm


Stadtteil: Prenzlauer Berg
Bereich: Schönhauser Allee, Kopenhagener Straße, Arnimplatz
Stadtplanaufruf: Berlin, Kopenhagener Straße
Datum: 31.März 2008

Schon einmal hatten wir die verkehrte Welt am Bahnhof Schönhauser Allee gesehen: die S-Bahn unter Straßenniveau im Graben, die U-Bahn als Hochbahn auf einem Viadukt. Von den Berlinern wird der Viadukt, der als technisch elegantes Werk des U-Bahn-Architekten Grenander in der Denkmalliste steht. seit seiner Entstehung um 1910 "Magistratsschirm" genannt, weil die Berliner Landesregierung einen Schirm aufgespannt hatte, unter dem man bei Regen trockenen Fußes spazieren gehen konnte.

Von diesem Startpunkt aus flanieren wir zum Umspannwerk in der Kopenhagener Straße. Dieser Kiez ist von Bomben weitgehend verschont geblieben, die Häuserfronten haben nach der Wende ihren Stuck und ihre Verzierungen zurück bekommen.

Das Umspannwerk Humboldt ist ein mächtiger Eckbau. Hier konnte der Architekt Hans Heinrich Müller seine Liebe zur mittelalterlichen Marienburg architektonisch umsetzen und ein weiteres Gebäude seiner märkischen Backsteingotik entstehen lassen. 1925 wurde mit dem Bau begonnen, bis 1993 war das Werk in Betrieb. Das Grundstück in der Größe eines Fußballfeldes hat zwischen den wuchtigen Baukörpern im Innern eine kreisrunde Schaltwarte, die von dem mit Torbögen durchbrochenen umgebenden Gebäude wie von schützenden Händen geborgen wird. An der Sonnenburger Straße ist diese Schaltwarte von außen sichtbar (1).

Mit der Nachnutzung des vom Netz genommenen Umspannwerks ist es nicht so gut gelaufen. Nach einem Umbau durch die Architekten Kahlfeldt, die auch in den Umspannwerken Scharnhorst und Leibnizstraße moderne Raumkonzepte im alten Denkmal geschaffen haben, zog für einige Jahre das Vitra Design-Museum dort ein. Jetzt bieten wieder Event-Agenturen im Internet die fünf Gebäude an, die zum Umspannwerk gehören, u.a. die Phasenschieberhalle mit einer beeindruckenden Länge von 98 Metern und einer Raumhöhe von achteinhalb Metern. Zur Zeit stellt die Modemesse "Stark." hier aus.

Hinter dem Umspannwerk grenzt an der Sonnenburger Straße ein Spielplatz an, der von Fabelwesen der Berliner Künstlerin Christine Gersch bevölkert ist. Ihrem "Sternenwächter" waren wir früher an der Boxhagener Straße begegnet, die markante Gestaltung mit Mosaiken führte uns hier sofort zur Urheberin der Fabelwesen.

Bevor es ganz dunkel wird, lenken wir unsere Schritte noch schnell zum Arnimplatz, der dem Dichterehepaar Achim und Bettina von Arnim gewidmet ist. Diese Zeitgenossen Goethes führten eine durchaus moderne Ehe: er sorgte für den Broterwerb mit der Landwirtschaft in (Schloss) Wiepersdorf im Fläming, während sie mit den Kindern in Berlin lebte und hier das Geld ausgab. Solche Kombinationen von Stadt- und Landleben sollen nach der Wende wieder in Mode gekommen sein.

Ein Thailänder in der Gleimstraße serviert uns das Flaniermahl, bevor wir von der Schönhauser Allee aus die Heimreise antreten.

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(1) Innenaufnahmen aus dem Abspannwerk Humboldt finden Sie hier: Abspannwerk Humboldt Kopenhagener Straße

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

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