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300 Jahre Charlottenburg


Stadtteil: Charlottenburg
Stadtplanaufruf: Berlin, Alt Lietzow
Datum: 20. Juni 2005

Berlin hat schon vor Jahren sein 750jähriges Bestehen gefeiert, und Charlottenburg feiert jetzt erst 300, wie kann das sein ? Ganz einfach, früher trug das heutige Schloss Charlottenburg den Namen Schloss Lietzenburg. Die Schlossherrin, die preußische Königin Sophie Charlotte, starb im Frühjahr 1705. Ihr Mann, der König Friedrich I. - wegen seines Buckels "der schiefe Fritz" geheißen - war von ihrem Tod tief getroffen und benannte das nach ihren Anweisungen erbaute Schloss Lietzenburg in Charlottenburg um. Der schiefe Fritz ist dann auch der erste Bürgermeister von Charlottenburg, denn er hat der Siedlung die Stadtrechte verliehen. Und so kommt es, dass heute nicht die Besiedlung des Ortes, sondern seine Benennung als Jubiläum gefeiert wird.

Wir haben uns zum Flanieren nicht die Prachtseite (Schloßstraße, Spandauer Damm) vorgenommen, sondern den Hinterhof, den Bereich zwischen Rathaus und Spree. Wir parken in der Röntgenstraße, die am Platz Alt Lietzow beginnt, hier ist noch der Hinweis auf den alten Namen Lietzenburg im Straßennamen vorhanden.

Am Siemenssteg, dessen Brückpfeiler Aufbauten in Form von Pickelhauben tragen, kreuzen wir die Spree und kommen zum Heizkraftwerk Charlottenburg, dessen historischer Baukörper eher nach einer Brauerei aussieht (1). An der Sömmeringstraße kreuzen wir wieder zurück über die Spree. Hier ist ganz bescheiden ein kleiner Biergarten an der "Strandpromenade" entstanden. Auf der gegenüberliegenden Uferseite ist das Eckhaus phantasievoll mit einem Ozeanriesen bemalt, der zwischen den (gemalten) Hausfronten hinduchfährt.

Und dann tauchen wir plötzlich doch hinter dem Schloss auf, das wir eigentlich gar nicht als Ziel angesteuert haben. Auf der Straße kehren wir zum Platz Alt Lietzow zurück, dem Platz, an dem das Charlottenburger Standesamt steht, es soll Berlins schönstes Standesamt sein. Ich erinnere mich an meine Erfahrung hier vor 36 Jahren: Sag' niemals Auf Wiedersehen zum Standesbeamten, es könnte wahr werden. Beim zweiten Mal habe ich aufgepasst ...

Der Platz ist der alte Dorfanger der mehr als 300jährigen Gemeinde. Ein Löwe blickt traurig auf die Kriegstoten zweier Weltkriege. Eher gegenwartsbezogen ist eine Holzskulptur: ein (Berliner) Bär hält schützend einen (Brandenburger) Adler in seinen Tatzen. Aber vielleicht ist das ja nur unsere Interpretation. 1889 wurde hier ein neuen Feuerwehr-Dienstgebäudes am Lützow gebaut. Heute hat hier der Malteser-Orden seinen Sitz.

Zurück in der Röntgenstraße, hier sitzen wir zum Abschluss im "Woolloomooloo", einem Australischen Restaurant an der Spree. Wir werden sehr freundlich bedient und bemerken, dass die beiden Kellnerinnen mit den entsprechenden Gästen in australischem Englisch sprechen. Wer Krokodil, Strauß oder Känguruh mag, kommt hier auf seine Kosten.

(Textversion vom 27.Juli 2014)

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(1) Im Juli 2014 führte uns ein weiterer Stadtspaziergang zum Kraftwerk Charlottenburg und dem Mierendorffkiez:
Wo Libellenflügel in der Sonne glitzern

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