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Stadtrundfahrt mit der U-Bahn U5


Stadtteile: Mitte, Friedrichshain, Lichtenberg, Marzahn, Hellersdorf
Bereich: U-Bahnlinie U5
Stadtplanaufruf: Berlin, Unter den Linden
Datum: 10. Februar 2021
Bericht Nr.:725

Berlin von der Ringbahn aus zu erkunden und dabei von jeder Haltestelle aus einen unserer Stadtrundgänge zu nutzen, hatten wir bereits vorgeschlagen. Wie wäre es heute mit einer Stadtrundfahrt mit der U-Bahn? Die zweitlängte U-Bahnlinie U5 verbindet den ehemaligen Westen der Stadt (2 Stationen) mit den ehemaligen Ost-Bezirken von Mitte bis Hellersdorf (24 Stationen). Jede Station können Sie als Startpunkt eigener Erkundungen nutzen. Unsere Flanierrouten in der Nähe der Bahnhöfe haben wir hier zusammengestellt.

HAUPTBAHNHOF

Nördlich des Hauptbahnhofs verbindet die Döberitzer Verbindung das alte Militärgelände am Fritz-Schloß-Park mit dem Neubaugebiet Heidestraße. Ruhe und Beschaulichkeit findet man in der Heinrich-Zille-Siedlung, die in den 1970er Jahren erbaut wurde. Eine erzwungene Ruhe herrschte im Zellengefängnis, in dem die Gefangenen total isoliert wurden, bis sie "im Dreieck gesprungen sind".



BUNDESTAG

Nur einen Steinwurf vom Reichstagsgebäude entfernt beginnt die Dorotheenstraße, ein Ort der Wissenschaft. Dort hielt Robert Koch seinen Vortrag über die Entdeckung des Tbc-Bazillus, dort eröffnete die erste Berliner Universitätsbibliothek, dort gab es ein physikalisches Kabinett im Magnus-Haus Am Kupfergraben. Weiteres können Sie in unserem Bericht "Wieso ist die Bananenflanke krumm" entdecken.

BRANDENBURGER TOR

In der nördlichen Wilhelmstraße stand die Reichskanzlei, an der Straße siedelten sich in der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und dem Dritten Reich nach und nach die wichtigsten Ministerien an. Teilweise übernahmen sie vorhandenen Palais' wie das von Fürst Radziwill, Borsig oder das "Schornsteinfegerakademie" genannte Palais mit vielen schmuckvollen Schloten. Die Wilhelmstraße reicht bis in die südliche Friedrichstadt, die nach weitgehender Kriegszerstörung neu entstanden ist.


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UNTER DEN LINDEN

Nur ein paar Schritte vom neuen Umsteigebahnhof entfernt steht an der Ecke Charlottenstraße das ehemalige Hotel Carlton, dessen Fassadendekoration an das goldene Zeitalter der Hotellerie erinnert. Von der Behrenstraße bis zur Leipziger Straße reicht das historische Bankenviertel, in dem auch mehrere Geschäftshäuser auf die Welt des Handels in der Friedrichstadt zurückblicken.

MUSEUMSINSEL

Noch ist der U-Bahnhof Museumsinsel im Bau, doch das Ziel ist klar, die Museen warten auf ihre Besucher. Nachdem die James-Simon-Galerie als zentrales Eingangsgebäude in Betrieb gegangen ist, wartet die archäologische Promenade auf ihre Fertigstellung, mit der alle Museen durch einen unterirdischen Rundgang miteinander verbunden werden sollen.


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ROTES RATHAUS

Um das zu klein gewordene Rathaus zu ergänzen, baute der Stadtbaurat Ludwig Hoffmann das Stadthaus an der Spandauer Straße. Besondere Akzente setzen der Rundturm mit Kuppel und der Bärensaal als zentrale Festhalle. Hammer und Zirkel prangten später nur vorübergehend an der Fassade.

Zur 750-Jahr-Feier wurde Historie künstlich geschaffen mit dem Nikolaiviertel. Und das im Dritten Reich in Einzelteilen eingelagerte Ephraim-Palais wurde nahe dem ursprünglichen Standort wieder zusammengefügt.

ALEXANDERPLATZ

Ein zentraler Platz mit langer Geschichte. In den 1920er Jahren sollte der Alexanderplatz zu einem Magneten werden, der die Abwanderung Richtung Westen aufhält. Alexanderhaus und Berolinahaus formten ein altes Stadttor neu. Neue U-Bahnlinien wurden gebaut und unterirdisch verknüpft, eine Verbindung zur S-Bahn hergestellt. Zu DDR-Zeiten entstand "Ost-Moderne" wie das Centrum-Warenhaus und das Haus des Lehrers. Fernsehturm und Weltzeituhr wurden zu Wahrzeichen.


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SCHILLINGSTRAßE

Fourage, Futter für die Pferde des Militärs, daran erinnert das Königliche Fouragemagazin in der Magazinstraße. An der Holzmarktstraße wurde der wichtige Baustoff auf städtischen Holzplätzen gelagert. Heute hat ein alternatives und kreatives Stadtquartier an der Straße dem Namen "Holzmarkt" einen neuen Inhalt gegeben. Dazu gehört der Techno-Club "Kater Blau".

STRAUSBERGER PLATZ

Der Metallbildhauer Fritz Kühn hat geschmiedetes Eisen in Kunst verwandelt. Sein "Schwebender-Ring-Brunnen" beherrscht den Strausberger Platz inmitten der früheren Stalinallee. Eine verborgene Kunstmeile hat sich in der Umgebung des Platzes etabliert, dort findet man Galerien und an Wohnblocks Wandbilder. An der Andreasstraße liegt das Fabrikgelände von Julius Pintsch, der mit technischen Erfindungen und Erzeugnissen bis heute unseren Alltag bestimmt, ähnlich wie Siemens, aber weitgehend unbekannt.


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WEBERWIESE

Programmatische Bauten an der Weberwiese markieren die radikale Kurswende der DDR in der Architektur ab 1951. Weg von Laubenganghäusern und Wohnzellen mit Zeilenbauten (Hans Scharoun), hin zu sozialistischen Architektur wie dem Hochhaus an der Weberwiese (Hermann Henselmann) und der Blockrandbebauung der Stalinallee. Die Magistrale wurde von "Arbeiterpalästen" flankiert und eingerahmt

FRANKFURTER TOR

Der Name Frankfurter Tor für die Kreuzung am Beginn der Karl-Marx-Allee ist eine Anspielung auf die torartige Öffnung der Straße, sie ist aber historisch unzutreffend. Das Stadttor mit diesem Namen stand weiter westlich an der Weberwiese. Vom Frankfurter Tor führt die Warschauer Straße durch die Stralauer Vorstadt bis zur Spree. Es war ein Mietskasernenviertel, gemischt mit Fabriken, viele von ihnen auf den sehr großen Blockinnenhöfen.


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SAMARITERSTRAßE

Im Samariterviertel wohnte der Anführer einer Jugendgang ("Gladow-Bande"), die kurz nach Kriegsende für über 350 bewaffnete Überfälle und ähnliche Straftaten verantwortlich war. Sie nutzten den freien Übergang zwischen den Sektoren, um im Osten und im Westen zuzuschlagen und sich der Verfolgung zu entziehen. - Südlich der Frankfurter Allee liegt das Szeneviertel Boxhagener Kiez mit dem Nilpferdbrunnen auf dem Wühlischplatz.

FRANKFURTER ALLEE

Südlich der Frankfurter Allee liegt die vergessene Kolonie Friedrichsberg. Die Straßenbenennungen dort halten die Erinnerung an die "Rote Kapelle" wach. Eine Schule schreibt das Alphabet an die Fassade, hat dabei aber ein paar Buchstaben vergessen. Zur Lichtenberger Dorfaue an der Möllendorffstraße geht es nördlich des Bahnhofs, dort steht auf dem Loeperplatz ein Sämann und wirft mit weit ausholender Geste den Samen in die virtuelle Ackerfurche.


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MAGDALENENSTRAßE

Am Roedeliusplatz und in der unmittelbaren Umgebung wird das alte Lichtenberg sichtbar: Kirche, Gericht, Schule, Krankenhaus, Schwimmbad, Friedhof. Das ehemalige Stasi-Gelände zwischen Magdalenenstraße, Ruschestraße, Normannenstraße und Frankfurter Allee liegt linker Hand.

LICHTENBERG

Westlich vom Bahngelände des Umsteigebahnhofs Lichtenberg liegt das Krankenhaus Oskar Ziethen. Dazu gehörte die Zwangs-Erziehungsanstalt Lindenhof, die zum Wohnquartier ausgebaut worden ist. An der Siegfriedstraße wurde 1913 der weltgrößte Straßenbahn-Betriebshof eingeweiht, den die BVG heute noch für Tram und Bus nutzt. Von der angrenzenden Industriebahn Lichtenberg sind nur noch Spuren vorhanden, auf ihrem Gelände ist ein Park entstanden.


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FRIEDRICHSFELDE

Mehrere interessante Siedlungen kann man in Friedrichsfelde besuchen: Die Siedlung Splanemannstraße aus industriell gefertigten Häusern. Oder die Siedlungen Sonnenhof, Erlenhof, Ulmenhof, Pappelhof an der Rummelsburger Straße, markante Bauten mit expressiver Wirkung. Auch eine Kirche, die von der Stasi erbaut wurde, kann man hier finden.

TIERPARK

Für den Tierpark mit dem Schloss des ehemaligen Ritterguts Friedrichsfelde muss man nicht erst werben, aber hier gibt es weitere interessante Ziele. Von der Dorfkirche über das Inspektorenhaus bis zu städtischen Mietshäusern kann man die Stadtentwicklung an der Alfred-Kowalke-Straße nachverfolgen. Und das Sewanviertel gegenüber dem Parkeingang lädt zu einem Spaziergang in einem "Plattenbau-Freilichtmuseum" ein, ein Wandbild eröffnet den Reigen.


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BIESDORF-SÜD

Kommt man in Biesdorf Süd an, hat man den Biesenhorster Sand unterquert, der die Grenze zwischen Lichtenberg und Marzahn bildet. Der Güteraußenring und später die Umgehungsbahn nutzten dort ein ausgedehntes Bahngelände mit Rangierbahnhof, das zu einer Grünanlage mit geschützten Tier- und Pflanzenarten geworden ist. Auch eine Luftschiffhalle und den Flughafen Karlshorst gab es in diesem Gebiet, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Sowjetische Militäradministration ihren Sitz einrichtete, heute als Kapitulationsmuseum zugänglich.

ELSTERWERDAER PLATZ

Nur eine Querstraße sind Schloss und Schlosspark Biesdorf entfernt, die Werner von Siemens gehörten. Die Biesdorfer Höhe nördlich der Bundesstraße wurde mit Trümmern aus Schutt des Zweiten Weltkriegs aufgefüllt. Die Höhe ist zugewachsen, ermöglicht aber einzelne Ausblicke auf die Stadt. Südlich der Bundesstraße ist um die Schmetterlingswiesen ein Neubaugebiet angelegt worden, vor- und frühgeschichtliche Funde waren dort auf einer Wiese ausgegraben worden.



WUHLETAL

Hier steigt man aus, wenn man zum Unfallkrankenhaus Marzahn und zur Klinik Wuhlgarten will. Ein außergewöhnlicher und in Berlin einmaliger Bahnhof: An demselben Bahnsteig hält auf einer Seite die S-Bahn, auf der anderen Seite die U-Bahn. Die Züge werden unterschiedlich abgefertigt, auf derselben Plattform finden sich die unterschiedlichen Logos und Anzeigetafeln der beiden Berliner Verkehrsbetriebe. Und man steht auf dem längsten U- Bahnhof Berlins, da er sich nach der Zuglänge der S-Bahn richtet (160 Meter, sonst um 100 Meter). Das Dorf Kaulsdorf liegt einem zu Füßen, der Bahnhof wurde auf einem fünf Meter hohen Damm errichtet.

KAULSDORF-NORD

Kaulsdorf hat mit St.Martin eine markante Kirche, einen 40 Meter hohen, eckigen Turmbau mit Bullaugen. Und eine sichtbare Kante zum Urstromtal, den Berliner Balkon. In der Innenstadt sind beispielsweise im Prenzlauer Berg zwar die Steigungen und Gefälle spürbar, aber der Höhenunterschied nicht so krass sichtbar wie in Kaulsdorf, wo im freien Feld auf kurze Distanz 15 Meter Geländesprung vor Augen sind.



KIENBERG (GÄRTEN DER WELT)

Mit dem Chinesischen "Garten des wiedergewonnenen Mondes" fing alles an, noch weitgehend unbeachtet im Osten der Stadt. Es folgten nach und nach Japanischer, Koreanischer, Balinesischer, Orientalischer und Italienischer Renaissancegarten, alles gelungene Kompositionen. Der Christliche Garten mit tunnelartigen Buchstabenwänden und Fehlgriffen bei Material und Farbe war etwas misslungen. Für die Internationale Gartenausstellung 2017 wurden neue Gartenkabinette angelegt und eine Gondelbahn eingerichtet. Der U-Bahnhof erhielt einen neuen Namen, ein neues futuristisches Dach und einen "vandalismusresistentem" Bahnsteigbelag.

COTTBUSSER PLATZ

Vom U-Bahnhof Cottbusser Platz kommend überquert man die Cottbusser Straße, um das Gut Hellersdorf zu erreichen. Warum aber schrieb man in West-Berlin den Kottbusser Damm mit "K" und in Ost-Berlin die Cottbusser Straße mit "C"? Das erfahren Sie, wenn Sie unserem Spaziergang folgen.

HELLERSDORF

Das größte Gemälde der Welt wurde an der Stendaler Straße in Hellersdorf begonnen - als Wandbild. Aber dann ging dem Großinvestor die Puste aus, der in Deutschland 28.000 überwiegend Ost-Wohnungen zusammengekauft hatte und mit Fassadengestaltung das Quartier um die Hellersdorfer Promenade („Europaviertel“) attraktiv machen wollte. -- Eine andere Immobiliengesellschaft nahm vor zwei Jahren die Idee auf, in Hellersdorf Hochhauswände in eine attraktive Freiluft-Galerie zu verwandeln.


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LOUIS-LEWIN-STRAßE / HÖNOW

Die letzten beiden Stationen an der Stadtgrenze waren bisher nicht attraktiv zum Flanieren. Der U-Bahnhof Hönow lag bei seiner Eröffnung außerhalb des Berliner Stadtgebiets im Bezirk Frankfurt (Oder). Im Einigungsvertrag 1990 hatte man den U-Bahnhof nach Berlin eingemeindet. Heute geht die Stadtgrenze knirsch an der Ostkante des Bahnhofs vorbei.


Ost-Linie mit Westanschluss