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Abenteuerspielplatz für Erwachsene


Stadtteil: Spandau
Bereich: Eiswerder
Stadtplanaufruf: Berlin, Eiswerderstraße
Datum: 3. Oktober 2007

Der Stoff aus dem die Träume sind wird in Filmateliers produziert. Und wenn es eine verwunschene Insel ist, auf der die Filmateliers stehen, dann kann das in Berlin nur Eiswerder sein, die Insel in der Spandauer Havel, die hier seit 1997 Spandauer See heißt. Damals wurde im Wröhmännerpark die Taufe dieses Havelabschnitts vorgenommen, und hier schließt sich der Kreis zu einem früheren Spaziergang im alten Spandau (1).

Die Filmateliers liegen zum Teil auf der Insel selbst (RTL), zum Teil auf dem östlichen Festland (CCC Atze Brauner, verlängerte Daumstraße). Auf der Insel wurde in den 1820er Jahren ein königliches Feuerwerkslaboratorium errichtet und ein geheimes Brandraketen-Laboratorium hierher verlegt. Später gab es hier eine Pulverfabrik, eine Geschützgießerei, eine Artilleriewerkstatt, eine Patronenfabrik und eine Munitionsfabrik und am Ostufer eine Chemische Fabrik, die Säuren für die Munitionsherstellung (im Dritten Reich Giftgas) produzierte. So wurde Eiswerder zur "Waffenschmiede des Deutschen Reiches".

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde für die Senatsreserve (Vorsorge nach der Blockade) eine Tanklager errichtet, die Siemens Güterbahn erhielt einen Lokschuppen, der - in seiner Form unverkennbar- jetzt zu dem Medienproduktionsbereich Eventisland gehört. Ansonsten gibt es 2 Campingplätze für Dauercamper hier, mediennahe Betriebe und alternative Projekte haben sich in den alten Fabrikgebäuden angesiedelt. Beim Rundgang erleben wir eine Beschaulichkeit, in der Großstadt und Konsum ganz weit weg sind.

Und doch: Das Restaurant "Stilbruch" im alten Fachwerk-Bahnwärterhäuschen an der Westbrücke hat am heutigen Tag aufgegeben, es steht genau an der Baustelle, die die Insel nachhaltig verändern wird. Die umliegende "Wasserstadt" mit mehreren Wohnungsbauprojekten greift auch nach der Insel Eiswerder. Zusammen mit dem Eigentümer der meisten Eiswerdergrundstücke, dem Energieriesen Eon will sie eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe realisieren. Dafür wird jetzt in Abstimmung mit dem Bezirksamt die Eiswerderstraße neu gebaut, die die östliche und westliche Festlandsseite über zwei Brücken miteinander verbindet und sich dann quer über die Insel windet. Und damit ist die Beschaulichkeit dann vorbei, soviel kann man voraussagen, auch wenn öffentliche Großveranstaltungen in den Filmateliers unterbunden wurden.

Also gehört dieser Rundgang zu dem Thema "Flanieren, solange es dieses Gebiet noch (so) gibt", von diesem Thema her in einer Reihe mit dem Flughafen Tempelhof und der Zoogegend (2). Im südwestlich der Eiswerderstraße gelegenen Schultheißquartier finden wir ein Restaurant, das überwiegend amerikanische Burger auf deutsche Art serviert. Beim nächsten Mal gibt es wieder etwas Richtiges zu Essen.

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(1) Mehr über den Spaziergang zum Wröhmännerpark: Was sind Wröhmänner ?
(2) Wandelbare Stadt: Über Ziele, die es morgen (so) nicht mehr gibt: Abreißen und neu bauen





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Die Heerstraße an der Havel
Lichtspielhaus