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Von Siedlung zu Siedlung


Stadtteil: Lichtenberg
Bereich: Hohenschönhausen
Stadtplanaufruf: Große Leege-Str.
Datum: 2.4.2007

Flusspferdhofsiedlung
Am Weißenseeer Weg Ecke Landsberger Allee öffnet das Hohenschönhauser Tor den Eingang zum alten Stadtbezirk Hohenschönhausen. Zwischen Landsberger Allee und Konrad-Wolf-Straße liegt ein gepflegtes bürgerliches Wohnquartier (1). Hier finden wir die Flusspferdhofsiedlung, eine Wohnanlage, der ein Brunnen mit 2 Pferdefiguren den Namen gegeben hat. Die Pferde stehen im Fluss (=Brunnen), deshalb hat der Berliner Fluss-Pferde daraus gemacht.

Die Flusspferdhofsiedlung in Hohenschönhausen wurde von den Architekten Mebes und Emmerich noch in der Zeit der Weimarer Republik geplant, zum Teil aber erst nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gebaut. Interessant ist, wie sich der Systemwechsel auf diese im Geiste der Moderne entworfenen Gebäuderiegel mit Flachdach ausgewirkt hat. Zwei der drei Gebäuderiegel in 4-geschossiger Bauweise waren bei der Machtübernahme bereits vollendet. Für den dritten Bauabschnitt 1933-34 werden die Formen des Neuen Bauens unverändert realisiert, lediglich die Kunst am Bau zeigt die neue Ideologie.

Die Anlage ist eine geschützte Oase inmitten der Großstadt und wurde vor 10 Jahren durchgreifend modernisiert, so dass es heute kaum Leerstand gibt. Über einigen Eingängen sieht man noch die alten, jetzt wiederhergestellten Reliefs mit den Anklängen an "Blut- und Boden"-Themen der Nationalsozialisten.

Auf dem weiteren Weg begegnet uns eine Musikschule in Plattenbauweise und ein zu verkaufendes Areal mit zugemauerten Fabrikbauten. Andere Brachen zwischen Wohnblöcken werden gerade neu bebaut, u.a. von einer Baugenossenschaft der Humboldt-Uni (wobei es sich fragt, ob hier nur der Name der Uni erhalten geblieben ist, denn sie wird sich in der heutigen Zeit sicherlich nicht mit Wohnungsneubau beschäftigen).

Kleinhaussiedlung Hohenschönhausen
Unser nächstes Ziel ist eine Kleinhaussiedlung oberhalb des Malchower Weges. Doch als wir dort nach einem längeren Fußmarsch ankommen, ist es fast dunkel. Die Einheitlichkeit der Siedlungsbauweise mit bescheidenen Einfamilienhäusern und niedrigen Schuppen und Stallungen ist heute kaum noch erkennbar. Der Ehrgeiz der Eigentümer scheint sich darauf zu richten, mit Garagenbauten zu protzen, die die kleinen Wohnhäuser an den Rand drücken. Und die Verschandelung durch unterschiedlich misslungene Windfanganbauten, Fenstervergrößerungen und Baumarkt-Eingangstüren lässt eine gemeinsame Bauidee kaum noch sichtbar werden.

Da wir kein Essen vom Heißen Stein in Hohenschönhausen bestellen wollen, schließen wir den Abend im Umspannwerk Ost an der Palisadenstraße nahe dem Frankfurter Tor ab.

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(1) Ein weiterer Spaziergang in diesem Wohnviertel: Meister der Angst in seinem Gefängnis inhaftiert

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