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Preußischer Spielplatz


Stadtteil: Wilmersdorf
Bereich: Preußenpark, Olivaer Platz
Stadtplanaufruf: Berlin, Fehrbelliner Platz
Datum: 19. Mai 2008

Viele Kinderspielplätze gibt es in New York, sie sind von eisernen Zäunen umgeben, mit Türen gesichert und dürfen nur betreten werden von Kindern mit Erwachsenen oder Erwachsenen mit Kindern, und das wird auch befolgt. Und dann gibt es einige Hundespielplätze, auf denen die Hundehalter rundum am Rand sitzen und ihre Haustiere munter herumtollen, sich jagen und Bälle verfolgen. Spielplätze für Senioren habe ich dort nicht gesehen, aber so etwas gibt es - in Berlin, im Preußenpark.

Und so habe ich vom U-Bahnhof Fehrbelliner Platz kommend die Sieben Schwaben auf dem Mittelstreifen vorbei ziehen lassen, jene Skulpturengruppe, die seit 1978 dort steht, ohne dass man genau weiß, warum. Ein Denkmal für schwäbische Kolonisten wird es wohl nicht sein, denn dass Berlin von Schwaben kolonialisiert wurde, steht nicht in der Stadtgeschichte.

Auf dem Platz vor dem Preußenpark wollte die Stadt Wilmersdorf um 1900 ein Rathaus mit einem größeren Rathausturm als alle umliegenden Gemeinden bauen, der erste Weltkrieg hat diese Gigantomanie verhindert. Der Preußenpark entstand 1905, der Wilmersdorfer Gartenbaudirektor Richard Thieme schuf ihn in einer Zeit sich wandelnder Anschauungen über die Gartenkunst, als man von Gärten zum Ansehen zu Gärten zum Benutzen überging. Den Preußenpark hat er noch als Landschaftspark angelegt, bereits ein Jahr später war er beim Olivaer Platz bei der geometrischen Formensprache angekommen, das werden wir auf dem heutigen Spaziergang noch sehen.

Mitten im Preußenpark liegt der Platz mit den Fitnessgeräten, der offiziell nicht "Seniorenspielplatz" heißt, aber auf die besonderen Bedürfnisse und Möglichkeiten älterer Menschen zugeschnitten ist. Die Idee hierzu kommt aus China, wo die gemeinsame sportliche Bestätigung in öffentlichen Parks - man denke nur an T'ai Chi - längst zur Kultur gehört. Bei uns will man Sportmöglichkeiten speziell für die ältere Generation auf öffentlichen Grünflächen schaffen, die den Gleichgewichtssinn und die Feinmotorik verbessern und Schulter, Rücken und Beine trainieren. Übungsanleitungen mit Text und Bild sollen erklären, wie man die Geräte anwendet. Allerdings sind diese Hinweise hier oft so ungünstig angebracht, dass man schon zum Lesen Rücken und Knie trainieren muss und mit einer Verlaufsbrille auch noch dem Nacken unphysiologische Haltungen zumutet.

Mit dem Namen für den Fitness-Park tut man sich schwer, ältere Menschen fühlen sich oft nicht angesprochen durch den Begriff "Senioren", "Mehrgenerationenplatz" vermeidet das Reizwort, trifft aber den Kern nicht. So steht kein Begriff, sondern ein Firmenname auf der Tafel: Playfit-Spielplatz. Meine mir angetraute Physiotherapeutin, mit der ich die Geräte zwei Tage später ausprobierte, ist von deren Eignung überzeugt.

Seit vielen Jahren ist der Preußenpark ein Treffpunkt thailändischer Familien und damit auch schon eine Touristenattraktion. In der Rezension über ein Buch mit ethnologischen Erkundungen in Berlin las ich diesen im feinsten Soziologendeutsch verfassten Text: "Der ›Thai-Treff im Preußenpark‹ bietet die Anschauung eines postkolonialen Ereignisses ... als Paradebeispiel für die Verquickung von ›race - gender - class‹ in transnationalen Zusammenhängen". Alles klar ?

Der weitere Weg führte mich durch die Bayerische Straße zu dem bereits erwähnten geometrisch angelegten Park am Olivaer Platz. Nach einer Stärkung in der Pariser Straße fand ich am Hohenzollernplatz eine passende U-Bahn-Station für die Heimfahrt.

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In Shanghai hatten wir die Gelegenheit, einen chinesischen Seniorenspielplatz auszuprobieren. Das Urteil meiner mir angetrauten Physiotherapeutin: sehr viel einfacher zu handhaben als in Berlin, die Geräte sind selbsterklärend. Und sehr robust.





Vom Preußenpark zum Olivaer Platz

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Der Seniorenspielplatz

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Seniorenspielplatz in Shanghai

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Bewegung aus dem fahrenden Auto heraus
Kurzsichtiger Gummibär