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Brandenburger Tor fährt durch die Nacht


Stadtteil: Mitte
Bereich: Brandenburger Tor
Stadtplanaufruf: Berlin, Pariser Platz
Datum: 12. Oktober 2015
Bericht Nr: 525

Ein Brandenburger Tor geistert als Projektion über die Hausfassaden an der Spree. Mit ihrem "Lightship" fährt eine Reederei nicht nur Besucher an den Bauwerken vorbei, die beim Festival of Lights fantasievoll beleuchtet sind, sondern wirft selbst mit einem Projektor Bilder an die Hauswände, an denen es vorbeifährt. So erreichen wir als Fußgänger festivalmäßig eingestimmt die Straße Unter den Linden, die das Ziel unsere heutigen "Lightseeing"-Flaniertour ist.

New Dimensions - neue Dimensionen. Was sich bei den letzten Festivals schon ankündigte, wird in diesem Jahr zum Wettbewerb erhoben: Bauwerke werden nicht nur beleuchtet, sondern durch Videoprojektion inszeniert, 10 Jahre Lichterfest sollen gefeiert werden. Begonnen hatte das Beleuchten damit, dass man Bauwerke in unterschiedliche Farbflächen tauchte. Das ist auch in diesem Jahr auf dem Bebelplatz an der "Kommode" gelungen, der ehemaligen Königlichen Bibliothek, die heute von den Jurastudenten der Humboldt-Uni genutzt wird. Die Farben sind zwar kitschverdächtig, die barocke Gliederung und Ausstattung der Fassade mit Sockel, Säulen, Risaliten, Attika und Figurenschmuck wird aber geschickt im Farbenspiel plastisch hervorgehoben.

Im Verlauf der Entwicklung hat man Bilder, Figuren, Ornamente als (wechselnde) Standbilder auf die Bauwerke projeziert. Beim Berliner Dom fehlt dabei seit jeher ein gutes Händchen, die meisten Projektionen missachten die Gestalt des Bauwerks und erzeugen so nur Kritzeleien auf einem anspruchsvollen Hintergrund. Das Palais am Festungsgraben versucht sich auch in diesem Jahr mit Wimmelbildern, mit denen man im Kindergarten lernt, möglichst viele Details zu entdecken, ohne den Überblick zu verlieren.

Vor vier Jahren wurden bei den „Faces of Berlin“ die Besucher mit einbezogen. Fotos ihrer Gesichter - in dreidimensionale Masken projeziert - wechselten im Minutentakt als riesige Köpfe auf der Fassade des Kollhoff-Hochhauses am Potsdamer Platz. Ein Jahr später lief man im künstlichen Nebel in einer Buchstabensuppe auf dem Platz herum. Und in jedem Jahr tasten blaue Lichtstrahlen den Himmel ab, die unangenehme Assoziation an den in der Nazizeit inszenierten "Lichtdom" schieben wir immer wieder beiseite.

Zurück zum Wettbewerb der Videokünstler in diesem Jahr. Das Brandenburger Tor bespielen sechs Kreativbuden mit unterschiedlichen Filmsequenzen: Windräder drehen sich, Wasser fließt herab, das Tor bröckelt oder entflammt, Augen schauen uns an, das Tor wird zum Roulette-Tisch, Beethoven spielt auf dem Klavier, ein Trabbi durchbricht die Mauer - und fährt wieder zurück. Wir stehen hier auf dem Pariser Platz im ehemaligen Ost-Berlin, der Trabbi fährt Richtung DDR durch die Mauer. Politisch ging die Bewegung in die entgegengesetzte Richtung, aber gestatten wir dem Wettbewerbsbeitrag des "Projection Mapping" diese künstlerische Freiheit.

Beim Projection Mapping (Video Mapping) wird die Struktur von Gebäudefassaden durch präzise Lichtführung mit Leben gefüllt oder verwandelt, aufgelöst. Die Illusion, dass ein Haus sich biegt und dahinschmilzt, ist am besten am Hotel de Rome zu sehen, das schon in den Vorjahren eindrucksvolle Inszenierungen gezeigt hat.

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Um die Verwandlung der Bauwerke durch Video-Mapping im Foto zu zeigen, habe ich in der Bildergalerie eim Einzelfall zwei oder drei Fotos in einer Collage nebeneinander gesetzt.

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... ACHTUNG, es folgen DREI Bildergalerien ...
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... die 2. Bildergalerie läuft automatisch ab ...
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... und hier sind weitere Bilder ...
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