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Nollen-Dorfplatz


Stadtteil: Schöneberg
Stadtplanaufruf: Berlin, Nollendorfplatz
Datum: 16. Januar 2006

Wie ein Dorfplatz sieht das hier nicht aus, eher nach großstädtischem Flair mit Lebensformen, die anders sind als die Mehrheit und mit Einflüssen aus mehr fremden Ländern als in bürgerlicheren Quartieren. Trotzdem ist Goya - der Club der Menschen, die dazugehören oder dazugehören wollen - gleich nebenan am Nollendorfplatz im ehemaligen Metropol eingerichtet worden (1). In der Motzstraße, Eisenacher Straße und dem ganzen Kiez findet man beim Rundgang immer wieder Häuser und Wohnungen des gehobenen Bürgertums mit Fassaden, Portalen und Aufgängen, die beeindrucken sollen (2).

Der U-Bahnhof nimmt mit seiner modernen, nur in den Proportionen angedeuteten Kuppel diese Idee des "Schaut her, ich stelle etwas dar" auf. Wobei die Kuppel einen Kontrast zur faden obersten Bahnebene bildet, der Hochbahn mit dem schmalen Bahnsteig, der verschmiert-klebrig wirkt und nicht zum Aufenthalt einlädt. Erst die nächsten beiden (tieferen) Ebenen haben bessere Zeiten gesehen und folgen mit ihrem Lichtband an der Decke und der "Zurücktreten"-Linie auf dem Perron der Krümmung der Gleise, erzeugen so auch beim bloßen Ansehen eine Bewegung, die der ausfahrende U-Bahnzug dann später in der Dunkelheit fortsetzt.

Draußen vor dem Bahnhof steht ein Bleistift, der uns als Kunstwerk etwas ratlos macht. Soll hiermit vielleicht auf die knappen Mittel in dieser Stadt oder speziell bei den Verkehrsbetrieben hingewiesen werden ? Hat der umtriebige Finanzsenator Sarrazin, der sich sonst gern mit überdimensionalen leeren Händen ablichten lässt, hier eine dauerhafte Warnung installiert haben ? Von gegenüber scheint das Goya herüber, das nicht mit dem spitzen Bleistift, sondern den Insignien des Überflusses verwirklicht wurde, ihm kann das angespitzte Holz wohl kaum gelten. Tatsächlich steht der Stift in Regenbogenfarben mit rosa Spitze als Zeichen für den schwul-lesbischen Kiez am Nollendorfplatz.

In der Motzstraße kann Mann alles aus Lack und Leder für die Lust kaufen, auch die Fleischerschürze und den fahrbaren Tisch aus der Pathologie. Kam nicht das Opfer des "Kannibalen von Rothenburg" nicht aus Berlin ? In der Eisenacher Straße gibt es den Laden "Die Stimme seines Herrn", der ein Denkmal für das gute alte Grammophon ist.

Heute essen wir Indisch.

(Textversion vom 14.10.2014)

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(1) Mehr über den Nollendorfplatz: Nollendorfplatz
(2) Mehr über die Motzstraße: Motzstraße



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Berliner Berge
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