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Russisch-orthodoxer Friedhof in Tegel bei Berlin


Stadtteil: Reinickendorf
Bereich: Tegel
Stadtplanaufruf: Berlin, Soltauer Straße
Datum: 18. Juli 2005

Der russisch-orthodoxe Erzpriester Aleksej Petrowitsch Maltzew, der als Probst an der Kaiserlich Russische Botschaft in Berlin tätig war, kaufte 1892 von Spendengeldern ein 20 000 Quadratmeter großes Grundstück in "Tegel bei Berlin" und ließ dort einen Friedhof für die Russisch-Orthodoxe Kirchengemeinde anlegen. Es war bestimmt ein ruhiger Platz für die Lebenden und ein stiller Ruheplatz für die Toten. Heute wird der Friedhof eingerahmt von der Bundesautobahn nach Hamburg, von der S-Bahn, von einem Getränkehandel, dessen Kühlaggregat den Straßenlärm zu übertönen versucht und von einem Asphaltbaubetrieb, darüber starten und landen die Flugzeuge des Flughafens Tegel. Es ist ähnlich wie an der Russisch-Orthodoxen Kirche am Hohenzollerndamm, die als verlorene Insel mitten im Verkehrslärm steht.

Wenn man zwischen den Gräbern hindurchgeht, sieht man einfache Grabkreuze, einige Engel und andere alten Grabskulpturen, aber auch auffallend viele martialische Denkmäler wie z.B. einen Stein von 2 Metern Höhe, der den Verstorbenen auf einem Gemälde in voller Lebensgröße zeigt. Überhaupt sind einige Bilder in die Steine eingearbeitet. Die Texte sind teils in kyrillischer, teils in lateinischer Schrift.

Die malerische Friedhofskapelle aus gelbem Backstein mit blau gestrichenen Kupferdächern hat eine Grundfläche von zwölf mal acht Metern. Das Friedhofsportal besteht aus einer reich verzierten Holzgiebelkonstruktion mit Glockenstuhl, bereits beim Eintreten wird man vom Glockengeläut über den Köpfen empfangen. Das Pfarrhaus hat die Gestalt eines altrussischen Blockhauses.

Der russische Komponist Glinka, der in Berlin gestorben ist, wurde dann doch in St.Petersburg beigesetzt. An ihn erinnert hier eine hohe Stele mit einer Büste des Verstorbenen.

Um den Friedhof herum ist Industriegebiet. Trotzdem folgen wir einem höheren Backsteingebäude, das jenseits der Bahn herüberschaut, und finden in der Breitenbachstraße und in der Soltauer Straße interessante Industriearchitektur (1).

Ein neuer Thailänder lockt uns zum Abschluss des Abends in die Friedrichstraße am Oranienburger Tor (neben dem Ullstein-Verlagsgebäude). Eine sehr zurückhaltende Ausstattung mit Objekten, schlanke Thailänderinnen mit Freundlichkeit, die aus dem Herzen zu kommen scheint und ein Essen, das bei zurückhaltender Schärfe die exotischen Zutaten sich voll entfalten lässt, das verwöhnt uns vor dem Heimweg.

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(1) Den Industriekomplex an der Miraustraße zwischen Holzhauser Straße und Eichborndamm haben wir im Februar 2014 angesehen: Besteigung der Borsigwalder Alpen

Mehr über Russen in Berlin: Deutsch-russische Verbundenheit

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Einflugschneise
Ich bin dann mal weg