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Das Lichterfelde des Ostens


Stadtteil: Prenzlauer Berg
Stadtplanaufruf: Berlin, Ostseeplatz
Datum: 22. August 2005

Er kaufte das alte Rittergut 1872, parzellierte es und verkaufte die Grundstücke an Berliner Mittelstandsbürger. Eine Straße seiner Urbanisation trägt noch heute seinen Namen. Und doch hatte er kein Glück: er verspekulierte sich und verlor zum Schluss sein gesamtes Vermögen. Wer war's ? Nicht Carstenn, der Lichterfelde entwickelte, sondern Roelcke, der Begründer von Neu-Weißensee. Wie die Bilder sich ähneln !

In diesem Gebiet gibt es die katholische Josephskirche, die ein Ensemble mit angrenzenden Bauten bildet und die evangelische Bethanienkirche, von der nur der Turm den Krieg überdauert hat, gebetet wird im gegenüberliegenden Gemeindehaus.

Angrenzend an das parzellierte Rittergut entstand ab 1915 ein neues Stadtquartier ("Munizipalviertel"), das über die Wohnungen und Häuser hinaus von einem gemeinsamen Gedanken getragen wurde, der Stadt als große Wohnung. Gemeinschaftseinrichtungen wie ein Forum für 1000 Personen gehörten ebenfalls zu der visionären Planung des baureformerischen 35jährigen Architekten Bühring wie ein Ledigenheim, das eine gesellschaftliche Provokation darstellte, waren Ledige doch mit dem Makel des Nichtverheiratetseins behaftet. Kernstück der Anlage ist ein kleiner Park, der Kreuzpfuhl, um den sich ein Pumpwerk, eine Schule und die Wohnbebauung gruppiert. Die Häuser sind phantasievoll gestaltet, neben Backsteinfassaden finden sich Laubengänge, Loggien und Arkaden, selbst die Balkone sind teilweise Säulengänge.

Wir beginnen unseren heutigen Spaziergang am Ostseeplatz. Den Platz begrenzt eine großzügig breite Straße, die zu dem von Stadtbaudirektor James Hobrecht bereits 1862 geplanten Ringboulevard gehören sollte, der nie als ganzes fertiggestellt wurde (Spandauer Damm am Schloss Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee, Tauentzienstraße, Yorckstraße, Hasenheide gehören dazu). Die Bauten am Platz gehören zum "Übungsfeld" für die Stalinallee, sie sind im Zuckerbäckerstil zur selben Zeit errichtet worden, durch die heutige Farbgebung aber nicht auf Anhieb zuzuordnen. Die Neubebauung war möglich geworden, weil der zweite Weltkrieg hier tiefe Spuren hinterlassen hatte: eine Flakstellung der Deutschen war heftig umkämpft, bis die Russen Ende April 1945 die letzten Bauruinen am Platz eroberte.

Auf dem Platz ist eine schwarze Schönheit in die Hocke gegangen ( "Nackte vom Ostseeplatz" der Künstlerin Franziska Lobeck). Das Quartier hat Flair, mehrere Restaurants laden ein, die Straßen sind belebt. Leider sind Straßenbahnen und sogar Autobusse auf den nicht gerade ausladenden Straßen unterwegs und führen zu einem beachtlichen Geräuschpegel, der Ostseeplatz ist der verkehrsreichste Platz in Prenzlauer Berg. Am Rande des Quartiers zeigt ein Hotelneubau, dass man gewachsene Strukturen auch einfach ignorieren kann, indem man eine Hausfassade mit lackierten Metallbalkonen vollhängt.

Am Platz vor dem evangelischen Kirchturm finden wir ein einladendes Straßenrestaurant, in dem wir ein freundliches Essen serviert bekommen nebst der erstaunten Frage beim Trinkgeldgeben, "ob das denn für uns in Ordnung sei ?". Es ist !

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Bier und Zigaretten
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