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Wedding an der Panke


Stadtteil: Wedding
Stadtplanaufruf: Berlin, Osloer Straße
Datum: 12. September 2005

Gestern und vorgestern war Tag des offenen Denkmals. Diese Bauten sind auch am Tag danach das Anschauen wert, sagte ich mir und fuhr dorthin, wo man Denkmäler vielleicht weniger erwarten würde: Nach Wedding, dort wo die Osloer Straße die Prinzenallee kreuzt. Der ehemalige Kontrollpunkt Bornholmer Straße ist ein paar Schritte entfernt, und jenseits der Osloer geht das hinterste Wedding in den Bezirk Pankow über. Klar, hinter der Prinzenallee, die später Pankstraße heißt, fließt die Panke von Pankow kommend Richtung Mitte, um sich mit der Spree zu verbinden. Zwei Grundschulen, eine Oberschule, ein Oberstufenzentrum, ein Jugendgästehaus, ein Kindergarten sind hier dicht an dicht im Stadtplan zu finden. Aber Denkmäler?

Direkt das Eckhaus an der Osloer Straße ist ein ehemaliger Bewag-Bau, das Umspannwerk Christiania,1928-29 von Hans-Heinrich Müller, dem Bewag-Hausarchitekten als Backsteinbau errichtet. Der Denkmalschutz lockt mit der Beschreibung: "Am eindrucksvollsten ist der Gebäudesims des Turms, an dem die langen gotisierenden Fenster in orientalischen Spitzbögen enden, wobei die Fassade in ihrem Aufbau an gotische Innenräume erinnert." Zuerst gehe ich nur an der Fassade vorbei, später zieht es mich ins Innere, das Treppenhaus fasziniert mit immer wieder neuen Einblicken.

Das Ballhaus "Glaskasten" ist eines von nur fünf verbliebenen Ballhäusern aus den 1920er Jahren in Berlin. Das damals als Schmidt’scher Ballsaal bekannte Lokal - wegen der großen Fenster Glaskasten genannt - zog Tänzer, Theaterschaffende und Sänger an. Später trafen sich dort die Kommunisten, dann die SA. Nach dem Krieg wurde es ein Gefangenenlager. Heute steht es Projekten für Aufführungen zur Verfügung. Der Saal ist nicht mehr original erhalten und wirkt sehr beengt, nur das prächtige Innenportal mit den koketten Putten wurde wiederhergestellt. Als ich an der verschlossenen Tür rüttele, komme ich nicht auf die Idee, dass mir aufgetan werden könnte. Natürlich zogen hier gestern Menschenströme durch, nahe liegend wäre eine Reaktion gewesen: "Männeken, sie haben verschlafen, det war jestern", statt dessen wurde ich freundlich hereingebeten und geführt.

Die ehemalige Hutfabrik Gattel Prinzenallee 58 zeigt, dass diese Gegend einmal ein ganz anderes Flair hatte: Der Gebäudekomplex besteht aus einem palazzoähnlichen Wohnhaus an der Straßenfront und dem Fabrikgebäude im Hinterhof.

Um die ortstypische Küche kennen zu lernen, verzehre ich auf der vom Verkehr heißt umtobten Mittelinsel der Osloer eine Currywurst für einen (!) Euro. Daran sieht man, dass ich allein unterwegs war mein Mitflaneur hätte so einen kulinarischen Abstieg niemals gebilligt.

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