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Stadtteil: Mitte
Bereich: Potsdamer Platz
Stadtplanaufruf: Berlin, Marlene-Dietrich-Platz
Datum: 13. Oktober 2010

Anita Ekberg war vollständig bekleidet in den Trevi-Brunnen geklettert und rief "Marcello, come here" - und Marcello Mastroianni kam. Eine klassische Szene aus Fellinis Film "La dolce vita", der Brunnen als Badewanne. Man kann Münzen über die Schulter in den Brunnen werfen, aber Vorsicht: wirft man zwei Münzen, dann wird man einen Partner finden, wirft man drei, dann kommt es auch zur Heirat, also lieber es erstmal mit zwei Münzen probieren, wenn man auf der Suche ist, und dann schauen was passiert. Und falls es nicht klappt, die Münzenfischer haben etwas davon, sie können mit jährlich mit mehreren zehntausend Euro rechnen, auch wenn das Bergen der Münzen bei Strafe verboten ist.

Unweit des Brunnens findet man in Rom die "Spanischen Treppe", die natürlich wie alle Treppen der Überwindung eines Höhenunterschieds dient. Vor allem lässt sich hier aber das süßen Lebens des Müßiggangs und Sichzuschaustellens betreiben, und davon wird hier reichlich Gebrauch gemacht. Im Verlauf dieser Treppe gibt es praktisch keinen rechten Winkel, sie ist perspektivisch angelegt, in Windungen teilen sich die Aufgänge dreimal und finden wieder zusammen.

Brunnen und Treppe als historische Bühne, als Inszenierung der Stadt und Einladung an die Besucher.

Wie kann man auf die Idee kommen, eine in Berlin abseits liegende banale Betontreppe zu beleuchten und als "Treffpunkt und mediterranen Ruhepol" mit ausdrücklichem Bezug auf die Spanische Treppe in Rom herauszustellen? Das Festival of Lights hat auch in diesem Jahr hervorragende Bildkunstwerke mit und an Gebäuden in der Stadt geschaffen, die ihr ganz eigenes Flair haben, da braucht es keinen schiefen Bezug auf diesen besonderen Ort in Rom.

Diesmal ist am Potsdamer Platz ein Schwerpunkt der Lichtobjekte zu sehen, zur Eröffnung am Mittwoch Abend haben sich viele Menschen mit und ohne Kamera eingefunden. Am Donnerstag wurde im TU-Architekturgebäude eine Ausstellung über Visionen der Stadtentwicklung 1910 und 2010 eröffnet, die nichts mit dem Festival of lights zu tun hat, aber die Möglichkeit gab, die Lichtobjekte des Festivals auf dem Ernst-Reuter-Platz näher anzuschauen. Und natürlich durfte der Fernsehturm am Alex nicht fehlen, der von mehreren Laserstrahlen flankiert ständig seine Farbe ändert.

Am Hauptbahnhof reagiert eine begehbare LED-Fläche auf die Bewegungen der Besucher, wer auf der Fläche tanzt, verändert die Linien und Buchstaben, die unter den Füßen von einem Computer projiziert werden und erzeugt dazu Klänge. Für diese Aktion an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik gibt es kein passendes Wort, den Begriff "Wünschbrunnen" finde ich etwas deplaziert. Die körperliche Aktion ist wie ein input auf der Tastatur, die Ausgabe erfolgt prompt, aber dass man sich Licht und Musik so "gewünscht" hat, ist unwahrscheinlich. Die "Du-hast-3-Wünsche-frei-Fee" traf da zielgenauer, lässt sich aber (leider) nicht automatisch aufrufen. So bleibt jeder Wunschbrunnen auf seine Art unvollkommen. Auch diese Installation ist unabhängig vom Festival of lights, sie wird von den Norwegern Onskebronn realisiert.

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Beim Besuch von Shanghai und umliegenden Provinzen habe ich Lichtkunstwerke - beispielsweise an Brücken und an Stadthochstraßen - gesehen, die dort ständig und nicht nur für Festivals leuchten. Die Beispiele stammen aus Xinanjiang.

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alle Festival-of-Lights-Beiträge: Festival Of Lights


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... ACHTUNG, es folgen ZWEI Bildergalerien ...
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... und hier sind weitere Bilder ...
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China, Xinanjiang


Unglücklicher Fall eines Steines
Unwillige Bürger in der Residenzstadt