Bezirke
  ALLE ZIELE     Personen     Themen     Aktuell     Forum  
Charlottenburg-Wilmersdorf
Friedrichshain-Kreuzberg
Lichtenberg
Marzahn-Hellersdorf
Mitte
Neukölln
Pankow
Reinickendorf
Spandau
Steglitz-Zehlendorf
Tempelhof-Schöneberg
Treptow-Köpenick
Allgemein:
Startseite
Ich bin NEU hier
Hinweise
Kontakt
Impressum
Links
SUCHEN
Sitemap

Umsteigebahnhof


Stadtteil: Friedrichshain
Bereich: Ostbahnhof, Postbahnhof , East-Side-Gallery
Stadtplanaufruf: Berlin, Am Wriezener Bahnhof
Datum: 6. Juni 2005

Ein Hauptbahnhof mitten in Berlin, auf dem ICEs, Regionalzüge und mehrere S-Bahnlinien halten, mit 11 Gleisen, mit moderner Eingangshalle und zwei parallelen Bahnhofshallen, die durch drei Fußgängertunnel miteinander verbunden sind, das ist mehr, als der neue Lehrter Bahnhof verspricht. Das gibt es wirklich in Berlin und heißt - Ostbahnhof.

Ein Bahnhof, der seit seiner Errichtung 1842 immer wieder erweitert, umgebaut und umbenannt wurde. Zunächst als Kopfbahnhof für die Strecke nach Frankfurt/Oder und Schlesien war er der "Frankfurter Bahnhof". Als Drehscheibe zum Osten erreichte der Bahnhof bald seine Kapazitätsgrenzen. Aus dem Kopfbahnhof wurde ein Durchgangsbahnhof, der zusätzliche Gleise für den Stadt- und Vorortverkehr sowie für den Fernverkehr Richtung Osten erhielt. Der Kopfbahnhof wurde vollständig umgebaut. Erst wurden die Züge durch die alte Halle geführt; danach wurde die Stadtbahntrasse freigegeben. Aus dem Frankfurter wurde der "Schlesische Bahnhof". Nach dem 2.Weltkrieg sorgte die sowjetische Besatzungsmacht für den schnellen Wiederaufbau der beschädigten Bahnhofshallen.

Ab 1950 hielten die Züge dann am "Ostbahnhof". Um einen repräsentativen Bahnhof zum Empfang hoher Staatsgäste zu schaffen und im internationalen Eisenbahnverkehr ein Gegengewicht zum West-Berliner Bahnhof Zoologischer Garten zu setzen., wurde 1987 das alte Empfangsgebäude gesprengt und eine neue verglaste Zugangshalle gebaut, der Bahnhof hieß jetzt "Berlin Hauptbahnhof". Nach der Wende erfolgte die Rückbenennung in "Ostbahnhof".

Zwei Straßen weiter nördlich, dort wo heute das Verlagsgebäude des "Neuen Deutschland" steht, gab es eine Zeit lang einen zweiten Ostbahnhof, den "Wriezener Bahnhof", von dem aus Zugverbindungen über Küstrin, Bromberg, Königsberg bis nach St. Petersburg bestanden. Die Räume in dem repräsentativen Hauptgebäude waren teilweise mit Säulen aus Carrara-Marmor ausgestattet.

Der Ostbahnhof liegt direkt gegenüber der East-Side-Gallery. Hinter der Mauer hat sich das Zirkuszelt der Berliner Shakespeare-Company aufgebaut. Südlich des Bahnhofs ist der alte Postbahnhof erhalten geblieben, ein wuchtiges Backsteingebäude mit 2 Türmen. Die alte Einpackkammer mit den Stützpfeilern steht für Veranstaltungen zur Verfügung. Geschaffen hat diesen Bau der Kaiserliche Postbaurat Wilhelm Tuckermann, dem wir auch das Postfuhramt, das Postamt in der Charlottenburger Goethestraße und das nicht mehr erhaltene Fernmeldeamt am Steinplatz verdanken. Für sich selbst hatte er in der Pestalozzistraße die Villa Tuckermann gebaut, die heute ebenfalls nicht mehr erhalten ist.

In der Gegend um den Bahnhof gibt es nur wenige alte Bauten. Die Kandelaber an der Straße der Pariser Kommune führen uns zur Frankfurter Alle/Karl-Marx-Allee und zum Strausberger Platz. Wir sind auf der denkmalgeschützten ehemaligen Stalinallee. Der Brunnen mit dem "Schwebenden Ring" ist in Betrieb, aber der Platz lädt wegen des ununterbrochenen Autoverkehrs nicht zum Verweilen ein. Die Gegend um den Strausberger Platz, so berichtet die Legende, war bis zu Beginn des 17. Jahrhundert ein Ort, an den ehrbare Berliner nur mit Schauern dachten. Hier vollstreckte das Berliner Hoch- oder Blutgericht Todesurteile. Nicht mit dem Schwert, hier wurde gehängt und gerädert. So fand auch Hans Kohlhase (siehe Kleist: Michael Kohlhaas) 1540 hier sein Ende.

Das Umspannwerk-Ost erwartet uns. Aus einem technischen Denkmal der Stromverteilung wurde ein modern genutzter Bau, der ein freundliches Restaurant enthält.



Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Schreibfeder in der Boxhagener Straße
Verbesserung des Zustandes der Fabrikarbeiter