Bezirke
  ALLE ZIELE     Personen     Themen     Aktuell     Forum  
Charlottenburg-Wilmersdorf
Friedrichshain-Kreuzberg
Lichtenberg
Marzahn-Hellersdorf
Mitte
Neukölln
Pankow
Reinickendorf
Spandau
Steglitz-Zehlendorf
Tempelhof-Schöneberg
Treptow-Köpenick
Allgemein:
Startseite
Ich bin NEU hier
Hinweise
Kontakt
Impressum
Links
SUCHEN
Sitemap

Schreibfeder in der Boxhagener Straße


Stadtteil: Friedrichshain
Stadtplanaufruf: Berlin, Boxhagener Straße
Datum: 17. Oktober 2006

Das Boxhagener Kiez liegt nördlich vom Ostkreuz, jedem Unbahnhof, den wir vor 3 Wochen besucht haben (1). An der Boxhagener Straße 70-80 auf dem Gebiet der ehemaligen Gartenkolonie Boxhagen steht ein langgestreckter Block alter Fabrikgebäude, die noch aus der vor-städtischen Zeit um 1880 stammen und im Rahmen der Stadtsanierung modernen Anforderungen angepasst werden. So wurde durch das Gebäude einer früheren Schreibfederfabrik hindurch die "Schreibfederpassage" geöffnet (2).

Nebenan nutzt ein Jugendhotel für backpackers (Rucksacktouristen) alte Gebäude, hat aber mitten in den Hof einen Klotz mit Rezeption und Aufenthaltsräumen hingestellt, der in krassem Missklang zu dem Altbau steht. Lidl und andere Einzelhandelsketten haben sich in dem Block eingenistet, und die umliegende Bebauung versteckt und verdeckt die alten Bauten eher, als dass sie sie präsentiert. Die modernen Feuertreppen wirken in der Dunkelheit wie bei Helligkeit immer dekorativ, die aus der Dunkelheit fototechnisch herausgearbeitete Fassade eher ungegenständlich.

Auf unserem Rundgang begegnet uns der Nilpferdbrunnen auf dem Wühlischplatz, der seit 10 Jahren wieder sprudelt, nachdem die gestohlene Skulptur rekonstruiert wurde. Der Diebstahl brachte auch einen Fortschritt: der Brunnen wird jetzt nicht mehr mit Trinkwasser gespeist, sondern mit einer Umwälzpumpe betrieben.

Eine weitere Skulptur an der Boxhagener Straße bleibt an diesem Abend namenlos, weil jeder Hinweis auf den Künstler fehlt. Kein Eckensteher, eher ein Eckensitzer, der auf dem spitzwinkligen Bürgersteig an der Ecke Wühlischstraße sitzt und versonnen oder versunken den Himmel bewacht. Christine Gersch hat - wie ich durch Recherchen herausgefunden habe - diesen "Sternenwächter" und andere fröhliche und skurrile Kunstwerke im öffentlichen Raum geschaffen (3).

Italienisch endet unser Abend. Bis zum Essen ist alles gut, aber als wir voller Übermut Capuccino bestellen, braucht die Afrikanerin, die uns bedient, drei Anläufe mit unterschiedlichen Kaffeezubereitungen, bis das Richtige auf dem Tisch steht.

(Bilder- und Textupdate: 22.Sept.2014)

----------------------------------------------------------------------
(1) Mehr zum derzeitigen "Unbahnhof" Ostkreuz: Ostkreuz
(2) Im Juni 2009 waren wir hier nochmal unterwegs: Kapitalismus als permanente Krise?
(3) Weitere Kunstwerke von Christine Gersch im Stadtbild: Gersch, Christine


Rolltreppen kreuz und quer
Umsteigebahnhof