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Ein Park am Gleisdreieck


Stadtteil: Kreuzberg
Bereich: Gleisdreieck, Yorckbrücken
Stadtplanaufruf: Berlin, Luckenwalder Straße
Datum: 2. Mai 2005

Ein Park am Gleisdreieck? Dort, wo die 1902 gebauten Viaduktstrecken der städtischen Hoch-Bahnen sich dreieckförmig verzweigen in Richtung Schlesisches Tor, Wittenbergplatz und Potsdamer Platz ? Das konnte ich mir aus der Perspektive der Luckenwalder Straße oder Trebbiner Straße zu Füßen dieser Hochbahnungetüme zunächst nicht vorstellen (1).

Doch oben, auf der Ebene der U-Bahnen, sieht es ganz anders aus. Die seit Kriegsende ungenutzten Bahngleise sind von Bäumen überwuchert, nur die S-Bahn und U-Bahn ist weiter auf ihren Gleisen gefahren, die Fernbahnstrecken in Nord-Südrichtung kamen zum Erliegen. Der Anhalter Bahnhof verschwand, die Lokschuppen, Rangierstrecken und Anschlussgleise verfielen. Im Südgelände, an der Papestraße, hat man daraus einen eindrucksvollen Park geschaffen.

Hier in der Mitte, wo vom Landwehrkanal bis zu den Yorckbrücken viele Hektar große Flächen bis zur Wende geschlummert haben, das riesige Bahngelände, das aus den Bahnhöfen der Anhalter und der Dresdner Bahn bestand. hat man die geplante Bundesgartenschau 1995 verschlafen und kämpft jetzt um 24 Beachvolleyballfelder und einen Golfplatz. Vivico, die Bahntochter, die für die Liegenschaften der Deutschen Bahn zuständig ist, will möglichst viel Fläche vermarkten. Obwohl das Gelände, das der Baulogistik des Potsdamer und Leipziger Platzes gedient hat, in städtebaulichen Verträgen zum Ausgleich von ökologischen Eingriffen an eben diesen Plätzen zum Park umgewidmet werden soll.

Das Bezirksamt habe eine 6.000 qm große Fläche öffentlich zugänglich gemacht, berichtete die Presse. Was sich uns als Betrachter bietet, ist ein Hohn: ein eingezäuntes Hasenhoppelfeld ist jetzt zugänglich, "ob aus dem Areal wirklich ein Park wird, entscheidet der Senat vermutlich im Juni" (Tagesspiegel). Es sieht so aus, als müsste man den Verantwortlichen Beine machen, damit sie den Einflüsterungen der Bahntochter Vivico widerstehen. Schließlich geht es um den Wanderweg, der vom Eisenbahn-Südgelände (2) an der Papestraße bis zum Potsdamer Platz entstehen soll.

Wir haben des Hasenhoppelweg nach Süden verlassen, sind durch die bereits abgeknickten Zäune über die Yorckbrücken (3) nach Süden gewandert, bis wir auf die neue Nordsüdtrasse gestoßen sind. Vor einigen Jahren bin ich zu Fuß unter den Yorckbrücken unterwegs gewesen, bei einer Kunstaktion, die die Gestaltung der Mauern betraf, nie hätte ich gelaubt, dass ich auch aus der verträumten Gartenidylle der überwucherten Gleise einmal die Straße von oben betrachten würde.

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(1) Mehr über den Park am Gleisdreieck: Gleisdreieck-Park
(2) Mehr über das Eisenbahn-Südgelände: Südgelände Naturpark
(3) Mehr über die Yorkbrücken: Yorckbrücken



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... ACHTUNG, es folgen ZWEI Bildergalerien ...
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... und hier sind die Bilder der Kunstaktion 1987
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