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Am Wühltisch


Stadtteil: Friedrichshain
Bereich: Simon-Dachstraße
Stadtplanaufruf: Berlin, Wühlischstraße
Datum: 28. Februar 2005

Wühlisch - der Straßenname erzeugt Assoziationen zu Wühl't'isch, aber Witze über Namen machen, das geht gar nicht. Obwohl, die Wühlischstraße (ohne 't') ist auch etwas zum Herumstöbern: Boutiquen, Secondhandläden, aber vor allem Modeläden von der Skatermode bis zur Designerware laden das hippe junge Publikum zum Bummeln, Informieren und Kaufen ein. "Zartbitter" heißt so ein Laden oder "Suburbia" oder auch einfach "Prachtmädchen". Die Zahl der Kneipen ist groß, und das Kiezcafe war den Grünen im Bezirk sogar eine Anfrage im Bezirksparlament wert. Für den Immobilienscout24 im Internet ist das eine Topszenelage (Makler gingen schon immer schonungslos mit der Sprache um). Es gibt hier als literarische DDR-Nostalgie den cube-club und als Westantwort die Kneipe Wowereiz mit Barbiepuppen im Schaufenster. Der Kunstsalon im Kohlenkeller bietet als nächste Attraktion eine Performance im gruseligen Keller der Galerie, belohnt wird diejenige, der die an der Decke hängenden Objekte im Dunkeln mit einem Stock trifft.

Benannt ist die Wühlischstraße nach dem Grundbesitzer und Wollhändler David August Wühlisch (1805 geboren), dem das Boxhagener Terrain einst gehörte (die Boxhagener Str. mündet in die Wühlischstraße, nachdem sie eine Weile fast parallel zu ihr verläuft). In einem Erbbegräbnis der Familie Sonntag-Wühlisch auf dem Friedhof in der Boxhagener Straße ist er beerdigt, das kann mal ein Ziel werden, wenn es abends länger hell ist.

Im Quartier um die Simon-Dachstraße sind wir vorher in der Grünberger Straße unterwegs und sind erfreut über die Vielzahl der Gewerbehöfe, die sich wie üblich weit ins Innere der Grundstücke erstrecken. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat im Haus Nr.54 seine Bibliotheksverwaltung und eine Stadtbibliothek in einem solchen Ambiente untergebracht. Auch die Bundesstiftung CIVITAS, eine Initiative gegen Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern, hat hier ihren Sitz und weitere Jugendinitiativen mit Namen wie practikuss und ostia, die Servicestelle Jugendbeteiligung und ein Koordinationsbüro für kulturelle Jugendarbeit, die offensichtlich alle aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.

Natürlich bleiben wir zum Essen im Kiez, ein Italiener lädt uns zu Tisch.

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(Bilder und Textupdate vom 22.Sept.2014)


Am Wasser
Ankern oder in der Spree versenken