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Kreativität und kein Ende


Stadtteil: Charlottenburg, Schöneberg, Mitte
Bereich: Festival f Lights
Stadtplanaufruf: Berlin, Kurfürstendamm
Datum: 17. Oktober 2011

Ist Kreativität irgendwann zu Ende? Oder gibt es immer wieder neue Kombinationen vorhandener Elemente, immer wieder neue durch die Phantasie geschaffene Bezüge? Auch wir hatten unsere Zweifel daran, ob das Festival of Lights mehr als nur die sich wiederholende farbige Beleuchtung von herausragenden Gebäuden sein würde, die uns in den Jahren davor begeistert hatte. Das hat uns aber nicht davon abgehalten - wenn auch weniger erwartungsvoll - auch in diesem Jahr Orte dieses Festivals zu besuchen, vor allem zwei der Zentren am Potsdamer Platz und am Kurfürstendamm.

Medien fordern ihre Leser und Zuschauer zu Kommentaren heraus, da kann man dann beispielsweise in der "Zeit" lesen: "Ressourcenverschwendung. Künstlich. Gekünstelt. Kunst geht anders." Das ist Ansichtssache, eine eigene Meinung steht jedem zu. Zweifeln darf man aber, ob der folgende Kommentator sich überhaupt zu einem Besuch des Festivals aufraffen konnte: "Aber als Berliner ist man mittlerweile gelangweilt, jedes Jahr eine Reproduktion des Vorjahres zu sehen, die gleichen Gebäude, ähnliche Illumination." Genau das war es nämlich nicht, und das kann man am Potsdamer Platz erleben und - wenn man dazu geneigt ist - darüber schmunzeln oder staunen.

In Charlie Chaplins Film "Lichter der Großstadt" spielen keine konkreten Lichter die Hauptrolle, sondern ihre abstrakten Schatten, wenn der Tramp in seiner tragischen Liebe zu einem blinden Blumenmädchen ein Großstadtschicksal erleidet. Anders ist es bei dem Festival of Lights, nur das Licht sollen und wollen wir sehen, die abstrakten und konkreten Schatten bleiben außen vor.

In den „Faces of Berlin“ am Potsdamer Platz werden Fotos auf eine dreidimensionale Maske aus Gips, Stahl, Styropor und Kunststoff projiziert. Die weiße Gesichtsskulptur ist 8 m hoch und 5 m breit und schwebt an dem Kollhoff-Hochhaus über den Fußgängern. Projiziert werden Gesichter von Prominenten, man kann sich aber auch selbst in einem Studio aufnehmen lassen und dann warten, bis sein eigenes Gesicht über der Menge sichtbar wird. Natürlich kann man sich dann nachträglich auch im Internet betrachten. Die Wirkung zwischen den Hochhäusern ist bemerkenswert und von jedem Standpunkt aus lohnenswert.

Die 61 leuchtend farbigen Pinguine am Marlene-Dietrich-Platz, zu denen Texte über das Energiesparen erklingen, sind eher Kindergartenniveau. Dagegen sind am Kurfürstendamm als Abschluss der Jubiläumsfeier interessante Installationen und Projektionen zu sehen, unter anderem farbig leuchtende Parkbänke auf dem Mittelstreifen. Das Maison de France wird als Projektionsfläche verwendet, genau wie das KaDeWe und das Europacenter-Hochhaus, auf dem die zur Zeit in einer Bauumhüllung verschwundene Gedächtniskirche sichtbar wird. Die Verkehrskanzel an der Joachimsthaler Straße zeigt sich und im Kranzler-Hof ist die Quadriga gelandet - aus Pferden und Viktoria sind Buddy-Bären geworden, für das Stadtmarketing ist jeder Gag recht.

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Die Berliner bauen ihre Berge selber
Woge, Wüstenschloss und Wohnheim